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Wohnen in Au-Haidhausen

am 27. November 2009 – 18:32Kein Kommentar

Au-Haidhausen war vor dem „Einmarsch“ der Yuppies ein Stadtviertel der kleinen Leute. In diesen zwei Vorstädten wohnten im 19. Jahrhundert Tagelöhner- und Handwerksfamilien. Sie arbeiteten in Brauereien. Diese fanden auf den hochgelegenen Isarterrassen und östlichen Flussniederungen geeignete Standorte für Bierlagerkeller sowie Tiefbrunnen.

Die Kneipenlandschaft Haidhausens

Nun sind die Brauereien verschwunden. Dennoch blieben viele Kneipen. In Haidhausen kommen auf 160 Bewohner ein Biergarten oder eine Gaststätte. Es sind genau die Lokale, welche die Historie des Stadtviertels am besten schildern.

Ein Bier zum Feierabend

Die Arbeitervorstadt aus der Gründerzeit ist dicht bebaut. Sie ist v. a. in engen Spelunken mit Stehausschänken vorhanden. Männer in ihrer Arbeitskleidung drängten sich früh nach ihrem Feierabend um die Theke einer Kneipe. Diese gibt es am Ostbahnhof oder ganz vereinzelt in der Au und Franzosenviertel.

Sanierung der Altbauten – Wandel des Stadtviertels

Diese Art von Schenken waren bis in die 70er Jahre die Regel. Seitdem sanierte man die Altbauten. Das Image des Stadtviertels unterzog sich einem Wandel. Früher war es das sozial schwache Glasscherbenviertel und heute ist es das Amüsier- und Szeneviertel.

Das zweite Schwabing in Au-Haidhausen

Das Stadtviertel Au-Haidhausen nennt man auch das zweite Schwabing. Hier eröffnen hervorragende Lokale und wunderschöne Bars. Außerdem macht sich der hohe Ausländeranteil bemerkbar. Dies spiegelt sich in der riesigen Auswahl an unterschiedlichen Küchen wider.

Die Kultur im Stadtteil

In das Kulturzentrum „Am Gasteig“ gehen immer mehr zahlungskräftige, gebildete Menschen. Dieses Kulturzentrum beherbergt außerdem die Volkshochschule, die Philharmonie und die Stadtbibliothek. Sowohl das Muffatwerk als auch Jazzclubs und Galerien liegen in der Nähe von „Am Gasteig“. Auf dem Mariahilfplatz finden die Auer Dulten statt und in der Starkbierzeit erhielt sich auf dem Nockherberg eine gewisse traditionelle Alltagskultur.

Die Mischung machts

In Au-Haidhausen gibt es eine gewisse Mischung. Dies macht v. a. das Flair des Viertels aus. Jedoch wird diese Mischung bedroht. Die Mietwohnungen werden immer mehr in Eigentumswohnungen umgewandelt.

Die ungebremste Verwandlung der Immobilien

Diese Verwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen verjagt die schon lange dort lebende ausländischen sowie sozial schwache Einwohner. Der Alpenblick wird durch die mehrgeschossigen luxuriösen Dachausbauten versperrt. Früher genoss man nämlich von den Dächern Haidhausens an schönen Tagen einen Blick zu den Alpen.

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