Die Umkehrhypothek – Teil 2
Die Investitionsbank Schleswig-Holstein will ab 2010 in Schleswig-Holstein eine Förder-Immorente anbieten. Hier haftet der Eigentümer des Hauses mit seinem Vermögen für die Kreditrückzahlung. Die Immobilie wird vorsichtig bewertet. Dadurch soll das Risiko minimiert werden.
Rund um die Förder-Immorente
Meistens gibt es den Kredit als eine monatliche Rente. Ferner ist die einmalige Zahlung nur an einem Zweck gebunden und man kann sie mit der Rente kombinieren. Die Bedingungen für den Kredit sind, dass zum Einen der Eigentümer mindestens 60 Jahre alt ist und zum Anderen ist er für die Instandhaltung seine Immobilie verantwortlich.
Entscheidung zwischen zwei Varianten
Der Kreditnehmer hat die Wahl zwischen zwei Varianten. Er kann entweder eine niedrige Rente bis zu seinem 110. Lebensjahr bekommen oder er entscheidet sich für die höhere Rente bis zum Ablauf seiner statistischen Lebenserwartung. Dabei ist die Rentenhöhe von dem Immobilienwert, der Rentenvariante und dem Alter des Eigentümers abhängig. Die Rentenhöhe ist im Vergleich zu dem Wert des Hauses relativ gering und dafür ist der Kredit relativ teuer, sodass der Effektivzins oftmals über 10 % liegt.
Die Stiftung Liebenau
Die Stiftung Liebenau vergibt dagegen keinen Kredit. Sie kauft Senioren ihre Immobilie gegen das lebenslange Wohnrecht ab. Dabei kümmert sich die Stiftung Liebenau um die Instandhaltung. Die ehemaligen Eigentümer bekommen, je nach ihrem Wunsch, entweder eine lebenslange oder befristete Rente, eine einmalige Zahlung oder die Kombination aus der Einmalzahlung und Rente.
Was passiert beim Todesfall oder Auszug?
Die Rente fließt im Todesfall an die Erben weiter. Beim Todesfall oder Auszug gibt es außerdem eine Abfindung für das Wohnrecht, welche vorher vereinbart wurde. Aber auch die Zustifterrente ist nicht gerade günstig.
Die Nachteile der Verrentung der Immobilie bei der Stiftung Liebenau
Der Rentner verliert direkt nach dem Vertragsabschluss ca. 30 % seines Vermögens. Er muss nämlich einen hohen Sicherheitsabschlag, die Gebühren und zukünftige Instandhaltungskosten bezahlen. Der Rentner erhält dafür eine Rente, welche gemeinsam mit den ersparten Instandhaltungskosten entsprechend höher ausfällt als bei der Umkehrhypothek. Jedoch im Falle des Todes oder beim Auszug wirkt sich die Zustifterrente von der Stiftung Liebenau im Vergleich zu der Umkehrhypothek nachteilig aus.
Wann rentiert sich die Verrentung?
Eine Verrentung der Immobilie ist insbesondere für Hauseigentümer interessant, welche auf jeden Fall in ihrer Immobilie wohnen wollen und keine naheliegenden oder gut versorgte Erben besitzen. Die Hauseigentümer können mit der Umkehrhypothek zumindest einen Teil der Immobilie zu ihren Lebzeiten zu barem Geld machen. Jedoch ist der Kredit teuer. Aufgrund dessen sollte man sich vor dem Vertragsabschluss den Verkauf ihrer Immobilie überdenken. Natürlich sollte hier die finanzielle und gesundheitliche Ausgangssituation berücksichtigt werden.
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