Die besonderen Risiken bei Anleihen von AG
Seit geraumer Zeit legen die Investoren kaum noch ihr Geld in Derivate sowie Zertifikate an. Schließlich kam es hier in der Wirtschaftskrise zu etlichen Kursrückgängen und zum Teil auch zu Totalverlusten. Selbst die Zinsen für die Staatsanleihen der Euro-Länder, die als sehr sicher gelten, sind sehr niedrig.
Das Berücksichtigen der Risiken der Anleihen von AG
Für viele Anleger sind aufgrund dessen die Anleihen von Aktiengesellschaften (AG) sehr beliebt geworden. Allerdings gibt es hier besondere Risiken. Diese Risiken muss man bei seiner Wahl der Geldanlagestrategie berücksichtigen.
Die Anleihen und Wandelanleihen
Es gibt sowohl Anleihen bei den Aktiengesellschaften, welche wie ein reguläres Darlehen geführt werden, als auch Wandelanleihen. Die Wandelanleihen sind sehr spekulativ. Hinsichtlich der regulären Anleihen besitzen sie das Risiko, dass der Emittent Insolvenz anmelden könnte. In diesem Fall ist die Anleihe komplett verloren.
Die Anleihe
Sofern dieser Worst-Case nicht eintritt, so setzt der Anleger auf regelmäßige Zinszahlungen sowie bei Laufzeitende auf die Komplettrückzahlung des nominellen Wertes der Anleihe. Sofern der Schuldner einer Aktienanleihe in das Gerede kommt, so sinkt der Kurs der Aktienanleihe schon lange vor dem eigentlichen Laufzeitende. Somit kann man die Anleihe lediglich mit einem großen Verlust auf dem Kapitalmarkt veräußern.
Die Kursschwankungen
Man muss aber nicht nur diese besonderen Kursverluste aufgrund von wirtschaftlichen Problemen der Gesellschaft berücksichtigen, sondern auch noch das Risiko, dass die Kurse wegen der Zinsentwicklung schwanken. Sofern die Zinsen steigen, so sinkt im Allgemeinen der Kurs der Anleihe innerhalb der Laufzeit. Erst gegen das Ende der Laufzeit steigt der Kurswert in Richtung des Nominalwertes der Anleihe.
Die risikoreichen Wandelanleihen
Dagegen sind die Wandelanleihen von Aktiengesellschaften in Bezug auf die Risikostruktur wesentlich komplexer einzuschätzen. Die Wandelanleihe ist eine festverzinsliche Anleihe, bei welcher es einen recht geringen Zinssatz gibt. Zudem besitzt man hier ein Wandelrecht in die reguläre Aktie der AG.
Das Umtauschrecht
Der Anleger kann oder muss innerhalb einer gewissen Frist dieses Umtauschrecht in Anspruch nehmen. Mit diesem Umtauschrecht wird häufig die Wandelanleihe komplett verändert. Sobald der Aktienkurs gut liegt, so steigen auch die Wandelanleihen mit. Der Umtausch wird immer mehr profitabler.
Der sinkende Kurs bei einer Wandelanleihe
Wenn dagegen der Aktienkurs sinkt, so wird die Umwandlung nicht mehr so interessant. Somit müssen alle Geldanleger ihre Wandelanleihen zunächst halten. Weil die geringen Zinssätze die Wandelanleihe auch nicht unbedingt begehrenswerter machen, so kann der Kurs der Wandelanleihe sehr stark sinken.
Die doppelte Chance bzw. das doppelte Risiko
Mit dieser Anlage hat man gleichzeitig eine doppelte Chance bzw. ein doppeltes Risiko. Die optimale Situation wäre, dass die Zinsen zurückgehen und zugleich der Aktienkurs steigt. Man könnte in diesem Fall nicht nur durch die hohen Zinssätze, sondern auch durch die attraktivere Möglichkeit des Umtauschs profitieren. Sobald aber der Aktienkurs sinkt und die Zinssätze gleichzeitig ansteigen, so muss man eine Hebelwirkung berücksichtigen, welche den Kurs der Wandelanleihe unverhältnismäßig sinken lässt.
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